Börsenkrach und Weltwirtschaftskrise – Der Weg in den 3. Weltkrieg

10. November 2010

Den breiten Horizont zu unserem Finanzsystem und wohin es sich entwickelt, vermittelt “Börsenkrach und Weltwirtschaftskrise”. Dabei ist es erstaunlich, wie der Autor die Entwicklung auf den Punkt bringt.

Die Aktienmärkte jagten von Rekord zu Rekord. Es entstand der Eindruck, daß jeder spielend ohne Arbeit reich werden kann. Dieses Buch wird Ihnen die Augen öffnen: Wir stehen vor dem größten Börsenkrach den die Welt je gesehen hat. Unser Geldsystem wird an seinen inneren Widersprüchen zerbrechen.

»Er hat so recht, es tut richtig weh!«

Für die meisten Menschen ist unser Geldsystem eine gegebene Größe, über das man sich keine weiteren Gedanken zu machen braucht. Wer jedoch den Funktionsmechanismen auf die Spur kommt, erkennt schnell, daß der Zinskapitalismus auf ständige Expansion angewiesen ist. Da es aber in einer endlichen Welt kein unendliches Wachstum geben kann, ist das System zum Scheitern verurteilt. Weil die Politiker und die Hochfinanz mit ihren internationalen Machtkartellen alles daran setzen, die Stunde der Wahrheit so lange wie möglich hinauszuzögern, bläht sich das System immer mehr auf. Die Umverteilung des Kapitals von Arm nach Reich geschieht immer schneller. Doch die Finanzblase wird platzen. Wir stehen unmittelbar vor der größten Weltwirtschaftskrise, die die Erde je gesehen hat. Sie wird für die meisten zu unbeschreiblicher Armut und Elend führen, am Ende sogar zu einem neuen Weltkrieg. Diesem Desaster der Währungssysteme und dem Zusammenbruch aller Börsen wird sich niemand entziehen können.

Mit marktschreierischen Untergangsvisionen hat Hannich trotz dieser mehr als beunruhigenden Feststellungen nichts im Sinn. Seine Analysen sind präzise und fundiert. Sie münden in konkrete Strategien und entbehren nicht einer bestechenden Logik. Anhand von Beispielen aus der Geschichte zeigt Hannich, daß es nicht so weit kommen muß. Eine stabile Wirtschafts- und Geldordnung ist möglich!

Dadurch ist dieses Buch Orientierung für Jedermann und eine Herausforderung an die Flexibilität und Phantasie von Politikern und Managern.

Probekapitel:

Vorwort

Unsere Weltordnung gilt heute offiziell als sicher und als große Errungenschaft aus den Fehlern der Geschichte. Nach dem Scheitern des Kommunismus und dem Ende der Ost-West Konfrontation scheinen keine Alternativen zum kapitalistischen System mehr denkbar zu sein. Diese sogenannte “Beste aller Welten” zeichnet sich nach Meinung der Verantwortlichen durch stetiges Wirtschaftswachstum und Stabilität aus, was langfristig allen Menschen der Welt zu einer glücklichen Zukunft in friedlicher Umgebung verhelfen soll.

Was die Medien in diesem Zusammenhang gerne vergessen, sind die Hintergründe des Systems. Wer jedoch diesen Funktionsmechanismen auf die Spur gekommen ist, erkennt, daß unsere Geldordnung den entscheidenden Faktor in der Menschheitsentwicklung darstellt. Der Kapitalismus ist dabei auf ständige Expansion angewiesen, anderenfalls kommt es zum schnellen Zerfall. Wie ein Krebsgeschwür muß das Finanzsystem immer größere Teile der Gesellschaft vereinnahmen, um selbst am Leben zu bleiben. Da jedoch in einer endlichen Welt kein unendliches Wachstum möglich ist, muß die Gesellschaft wie wir sie kennen, zum Zusammenbruch verurteilt sein, solange die Zerstörungsmechanismen nicht beseitigt sind. Alle großen Kulturen sind bisher am falschen Geldsystem zugrunde gegangen und es gibt keinen Grund, warum heute die Entwicklung anders verlaufen sollte.

Viele Leser werden beim Studium dieses Buches erschrecken, wenn ihnen klar wird, daß die scheinbar vorhandenen Sicherheiten überhaupt nicht existieren. Aus logischen Zusammenhängen wird ihnen klar, daß unser System letztlich für die meisten zu unerträglichen Zuständen wie Armut und Elend führen muß, am Ende unter Umständen sogar zu einem neuen Weltkrieg. Durch die technischen Errungenschaften steht damit die Menschheit erstmals vor dem Abgrund, in welchen sie durch ein fehlerhaftes Kapitalsystem zu stürzen droht. Besonders erstaunlich ist es, daß die Verantwortlichen nicht versuchen, den Zerfall aufzuhalten. Im Gegenteil: Diese verschärfen die Lage sogar noch durch falsche Entscheidungen und Inkompetenz. Die Angst vor einer drohenden Wirtschaftskrise sitzt den Entscheidungsträgern offenbar so tief in den Knochen, daß sie keine Mühen und Kosten scheuen, beispielsweise einen effizienten Überwachungsapparat aufzubauen, um die Bevölkerung, welche sie eigentlich vertreten und schützen sollten, zunehmend zu kontrollieren. Damit laufen scheinbar gezielte Vorbereitungen auf einen Crash ab, in dem die Bevölkerung weitgehend enteignet werden wird. Erstaunlicherweise stehen die meisten Menschen dem Geschehen völlig tatenlos gegenüber und haben jede Hoffnung auf eine Besserung der Lage aufgegeben. Sie verhalten sich wie der Gefangene im Kerker, der sich mit seiner Unfreiheit abfindet. Er wird nie die Freiheit finden, selbst wenn alle Türen offen stehen würden, weil er nie darauf vorbereitet war. Hingegen wird der frei werden, der sich mit den Hintergründen beschäftigt hat und die Gelegenheit ausnutzt. Deshalb ist der Leser dazu aufgerufen, die Zusammenhänge mit wachen Augen zu betrachten und nicht den Kopf in den Sand zu stecken. Nur so kann der Ablauf der Geschehnisse beeinflußt und geändert werden.

“Langsam, aber unvermeidlich, bricht das alte Finanzwesen unter dem Gewicht der neuzeitlichen Lebensbedingungen und der besseren Erziehung des Volkes zusammen. Je früher es zerfällt, um so besser, um so eher ist der Weg frei für eine bessere, modernere Technik, um so schneller werden sich die Menschen vertragen, und es wird endlich Friede sein auf der Welt”.
Vincent Vickers, Leiter der Bank von England, 1910-1919

Ein Bankier klagt den Kapitalismus an

Vincent Vickers richtete kurz vor seinem Tod besonders scharfe Worte gegen das kapitalistische Finanzsystem: “Lassen Sie uns die Wahrheit erkennen. Das Menschengeschlecht leidet doch nicht unter unvermeidlichen, unabänderlichen Verhältnissen, über die es keine Macht hätte, sondern unter den Auswirkungen jener unehrlichen Einrichtungen, die von Menschen erfunden und vorsätzlich geschaffen wurden.” An diesen schlechten Verhältnissen hat auch die Wissenschaft ihren Anteil: “Diese Fachleute haben hoffnungslos versagt. Was not tut, das ist eben etwas weniger Wissenschaft und ein wenig mehr gesunder Menschenverstand”. Daß die Ursachen der Mißstände einfach sind und von jedem durchschnittlichen Menschen nachvollzogen werden können, betonte Vickers ebenfalls: “Soweit wir dazu im Stande sind, müssen wir unseren Mitmenschen helfen, das Wichtige zu verstehen. Das können wir unbesorgt tun, denn das, was da mißverstanden werden sollte, wird nicht wesentlich sein, es wird sich verlieren und wieder vergessen werden, während das Richtige daran sich schon durchsetzen wird”. Die Ursachen des Krieges erkannte der Banker ebenfalls in den Verhältnissen und nicht im Wesen des Menschen, wie viele auch heute noch irrtümlich glauben: “Denn wo Zufriedenheit ist, kann es keinen Krieg geben, wo aber Unzufriedenheit ist, da werden auch Krieg und Kriegsgefahr bestehen bleiben”. Besonders seinen Kollegen, den Bankiers warf Vickers Inkompetenz und Falschheit vor: “Der Ausdruck “Gesunde Finanzen” ist seinem Wesen nach eine Erfindung der Bankiers und Kreditgeber. Er bedeutet starres Festhalten an überlieferten Verhältnissen … Zum Nachteil des geldbedürftigen Kreditnehmers begünstigt dies System natürlich den Reichen… Bei Gefahr jedoch sind diese Vertreter “Gesunder Finanzen” die ersten im Rettungsboot, sie sind die ersten, die das sinkende Schiff verlassen, aber die letzten, wenn es gilt, Männer für den Dienst an den Rettungspumpen zu stellen. Der Begriff schließt auch die Weigerung in sich, zu verstehen, daß das Geld ausschließlich ein Mittel sein sollte, eine gerechte Tauschwirtschaft zu ermöglichen und daß es in Wirklichkeit so etwas wie “Gesunde Finanzen” nicht geben kann, solange eben dieser ganze Wirtschaftszustand ungesund ist”. Dabei ist heute wie damals das Finanzwesen nicht das Hilfsmittel für die Wirtschaft, sondern es ist umgekehrt, daß die gesamten Produktivkräfte nur dazu da sind, dem Kapitalsystem zu dienen: “Die Finanzindustrie, die Börsenbankiers und die Börse werden durch dieses Auf und Ab der Wirtschaft reich, ja sie sind zum großen Teil sogar auf dieses Wechselspiel der Konjunkturen und die Veränderung des Warenpreisniveaus angewiesen, um daran zu profitieren. Die produktive Industrie hingegen kann nur bei stabilem Markt, bei unveränderlichem Preisstand und nur dann auch gedeihen, wenn heftige Konjunkturschwankungen unmöglich sind”. Das Kapitalwesen hat nach Vickers nur den einzigen Willen, die ganze Welt möglichst hoch zu verschulden: “Je größer die Verschuldung des Volkes, um so größer ist der Profit der Geldverleiher, und auf die selbe Weise der Geldmarkt der Welt…. Die Geldverleiher sind zu ihrem Gedeihen fast ausschließlich auf die Verschuldung anderer angewiesen. … Das Schlagwort der Geldverleiher ist stets: “Der da hat, dem wird auch gegeben werden”. Klar stellte der Leiter der Bank von England heraus, daß die Finanzindustrie völlig unproduktiv ist: “Alle diese Aktienhändler, diese Börsenmakler und Jobber, diese Geld- und Goldspekulanten, Geldverleiher, Anleihe-Emissionäre, alle diese Banken und Versicherungsgesellschaften schaffen überhaupt nichts. Sie sind die Drohnen unserer Volksgemeinschaft. Sie leben ausschließlich und sind abhängig von dem Honig, den andere sammeln. Sie leben auf Kosten des schaffenden Volkes”. Die einzige Änderung der Verhältnisse wäre ein neues Geldsystem: “Das Geld muß aufhören zu sein, was es heute ist: ein ständiger Entzündungsherd, ein Hindernis auf dem Wege zum Fortschritt der Weltwirtschaft, eine Behinderung der Glückseligkeit der Menschen und ihres Strebens nach einem dauernden Frieden unter den Völkern. … Das Wohlbefinden und der Wohlstand des einzelnen Menschen, das Glück der Volksgemeinschaft, die Zufriedenheit des ganzen Volkes und der Friede der Welt sind hauptsächlich, wenn nicht gänzlich und allein, ein Geldproblem”. Einzige Möglichkeit der Lösung wäre es, ein Geld zu schaffen, welches immer in Zirkulation ist und damit nicht als Machtinstrument mißbraucht werden kann: “Das Kriterium der Wirtschaft ist die Zirkulation. Diese aber spielt sich auf dem Rücken des Geldes ab und ist mit diesem identisch”.
Die Macht war schon damals ganz in den Händen der Finanzleute: “Aber die Demokratie ist in Gefahr, aus dem einfachen Grunde, weil ihre Regierung den Sonderinteressen jener Kreise hörig ist, die das Finanzwesen beherrschen und die es in ihrer Macht haben, die Nation in eine Finanzkrise hineinzutreiben, wenn eine diesen Interessen widersprechende Gesetzgebung ihre Vormachtansprüche bedrohen sollte”. Zur Lösung meinte Vickers, als Insider aus dem Kapitalgeschäft, daß man keinesfalls auf die Mithilfe der Nutznießer des Systems bauen kann und sich sogar vor diesen in acht nehmen muß: “Wir müssen aber auch einsehen, daß dieses Problem Krieg bedeutet, Krieg gegen die Diktatur der internationalen Finanz, die jede Schlüsselposition der Kampffront besetzt und die Macht hat, bloß auf die Drohung eines Angriffs hin entscheidend wichtige Hilfstruppen abzuschneiden. … Unsere demokratische Ordnung und das bisherige Finanz- und Geldwesen können nicht mehr zusammen bestehen bleiben. Eines muß dem anderen den Weg freigeben”. Das Geld ist völlig seiner Aufgabe als Tauschmittel beraubt worden und zu einem Machtmittel für eine Minderheit degeneriert: “Die Aufgabe und der Zweck des Geldes ist, den Austausch von Waren und Leistungen zu ermöglichen und zu erleichtern. Der einzige Wert des Geldes liegt in dem Wert der Waren, deren Austausch mit anderen Waren oder Leistungen uns eben das Geld ermöglicht. … Aber es stand und steht noch immer dem Fortschritt und der Besserung der sozialen Verhältnisse im Wege; es verursacht allgemeine Unruhe und eine Neigung, durch Gewalt zu erreichen, was auf andere Weise nicht zu erreichen ist”. Die Geldbesitzer sind im kapitalistischen System immer bestrebt das Geldwesen nicht antasten zu lassen: “Es ist vielleicht ganz natürlich, daß diese Leute etwa so argumentieren: “Möge das Volk und mögen die Regierungen nur dafür sorgen, daß nichts geschieht, was die Macht und die Kraft des Geldgeschäfts schwächen könnte, denn Geld regiert die Welt. Solange wir das internationale Bank- und Finanzgeschäft intakt und Störungen von ihm fern halten, werden am Ende schon alle Dinge in Ordnung kommen”. Aber genau dieses Argument und die besonders in den letzten fünfzehn Jahren für den Profit und für die Aufrechterhaltung dieses Geldgeschäfts eingefädelte und betriebene Geldpolitik sind es, die in das gegenwärtige Weltchaos geführt haben”.
Den Bankiers gab er die Schuld dafür, daß die Wirtschaft und damit die gesamte Gesellschaft immer im Verderben enden muß: “Solange diese Finanzgangster nicht endgültig ausgerottet sind, gibt es auch kein volles Vertrauen zu unserer Wirtschaft”. Konsequent trat Vickers als Gouverneur der Bank of England zurück und kündigte den Finanzleuten den “Kampf bis zum Tode” an. Obwohl Vickers keine umsetzbare Lösung zum Geld nannte, sind seine Hinweise für uns doch wichtig, weil sie uns einen Einblick in die Kreise der Finanzleute gestatten. Es scheint tatsächlich so zu sein, daß die Nutznießer des Zinskapitalismus völlig skrupellos sind, daß ihnen weder das Schicksal einzelner Menschen, noch das eines Landes oder der Welt etwas bedeutet. Hier hilft es wenig, einen Haß auf diese Leute zu entwickeln, da sie letztlich nur die legalen Mechanismen ausnutzen. Wenn sich die Bevölkerung aus Denkfaulheit ausnutzen läßt, dann geschieht ihnen das im Prinzip sogar zu Recht. Wie dargestellt wurde, ist die Entstehung des Zinses mit großen wirtschaftlichen Problemen verbunden. Nicht umsonst wurde dieser Störfaktor in allen Weltreligionen als verwerflich erkannt und gebrandmarkt.


Die perfekte Ausbeutung

Heute meinen die meisten Menschen, daß Ausbeutung und Leibeigenschaft ein Relikt aus früheren Tagen darstellt. Wenig bekannt ist, daß gerade unser Zinskapitalismus die perfekte Ausbeutung des Großteils der Bevölkerung ermöglicht. Da Geld gleich Macht bedeutet, können die Reichen letztlich über die juristischen Bedingungen entscheiden, unter denen die Untergebenen zu leben haben. Unser Vertragsrecht hat etwa ihre Grundlage in normierten Arbeitsordnungen aus der Feudalzeit. Der einzelne hat auch heute nur die Freiheit beispielsweise den Arbeitsvertrag zu unterschreiben oder nicht. Dabei war die alte Ausbeutung wesentlich durchschaubarer, während das Zinssystem alles schleichend ablaufen läßt, ohne daß die Bürger wissen, warum es ihnen immer schlechter geht. In früherer Zeit war es ganz deutlich, wer und aus welchem Grund jemand andere ausnutzte. Wenn ein Fürst seine Untertanen zum Frondienst verpflichtete, war für die Geknechteten der Vorgang völlig offen durchschaubar. Das System damals hatte jedoch für den Kapitalisten den Nachteil, daß man die Menschen nur mit Gewalt zur Arbeit antreiben konnte. Wer jedoch unter offenem Zwang steht, leistet nur das Minimum – sobald der Aufseher wegschaute, ließ sofort die Arbeitsleistung nach. Die Ausbeutung im Zinskapitalismus geschieht viel raffinierter: Wenige Geldbesitzer halten den Menschen das wichtige Tauschmittel vor und geben dieses erst in Umlauf, wenn Zins gezahlt wird. Jedes Jahr müssen nun die Bürger Zinsen an die Geldverleiher bezahlen, da diese anderenfalls das Tauschmittel einziehen und die Wirtschaft zusammenbrechen lassen. Dabei muß das einzelne Individuum nicht einmal kontrolliert, oder durch Zwang zur Arbeit angetrieben werden, da jedem gar keine andere Möglichkeit bleibt als die Zinslasten zu tragen, möchte er nicht untergehen. Die Zinsbelastung in der Bevölkerung erfaßt zuerst nur den unteren Anteil, die ärmsten, später die Mittelschicht, am Ende sogar die Wohlhabenden. In der Bevölkerung kommt es zu einem Konkurrenzdruck um die besten Plätze im System, niemand möchte zuerst scheitern. Durch diesen ruinösen Wettbewerb ist jeder Marktteilnehmer dazu gezwungen, die maximale Leistung zu erbringen, ohne daß äußerer Druck der Nutznießer notwendig wäre. Doch die Situation muß sich immer weiter verschärfen: Durch die Zinseszinsrechnung bleiben die Kapitalkosten nicht konstant, sondern steigen mit zunehmender Zeit immer schneller an. Wie sich die Schulden und damit die Zinskosten letztlich auf die Marktteilnehmer Staat, Unternehmen und Privathaushalte verteilen ist gleichgültig, da indirekt die ganze Bevölkerung den ganzen explodierenden Schuldenberg bedienen muß. Die Ausbeutung des einzelnen geschieht in erster Linie durch die Zinslasten des Staates, der Unternehmer, der Privathaushalte und indirekter Zinslasten. Dabei ist die Ausbeutung durch unseren Staat am deutlichsten sichtbar.

Szenario 1: Der Überwachungsstaat schlägt zu

Der Ausbau des Überwachungsstaates wurde gegen Ende des 20. Jahrhunderts von den Machthabern weltweit intensiviert. Die Bevölkerung schaute dem Geschehen unkritisch zu, da doch die offiziellen Erklärungen so einleuchtend waren: Es wurde erklärt, daß mehr Kontrolle nötig sei, um endlich die Verbrecher, vor allem die organisierte Kriminalität auszurotten. Dabei wurden Einzelfälle, wie Kinderentführungen, mediengerecht der Bevölkerung präsentiert, um den unbedingten Nutzen von mehr Kontrolle zu demonstrieren. In guten Glauben dachten die meisten tatsächlich, daß “wer ein anständiger Bürger ist, nichts zu befürchten” habe. Dies änderte sich schlagartig, als eine Wirtschaftskrise andere Umstände herstellte.

Die Wirtschaftskrise

Diese Krise begann dadurch, daß ein Unternehmen in den USA zugeben mußte, jahrelang die Bilanzen gefälscht zu haben. Die Aktien der Firma sackten daraufhin rapide ab. Plötzlich schauten sich die Anleger die Börsenwerte etwas genauer an. Es wurde entdeckt, daß es in Amerika nie einen “Aufschwung” gegeben hatte und dieser nur durch manipulierte Statistiken der Welt vorgegaukelt wurde. Auf einen Schlag waren Aktien nicht mehr interessant und wurden massiv abgestoßen – die Preise purzelten um über 90%. Mit dem Aktiencrash war eine Kapitalflucht aus den USA verbunden, weil niemand mehr Interesse hatte dort zu investieren und nur sein Geld in Sicherheit wissen wollte. Durch den Abzug von Geld kam der US-Dollar unter Druck und notierte bald unter 1 DM pro Dollar. Um die Kapitalflucht abzubremsen erhöhte die amerikanische Nationalbank die Leitzinsen bis auf 30%. Dadurch brach die hochverschuldete Wirtschaft in den USA zusammen, weil sie die Kredite nicht mehr bedienen konnte. Durch rückgängige Unternehmensgewinne jedoch mußten die Aktien weiter fallen. Wegen der gefallenen Wertpapierkurse kamen wiederum die Privathaushalte unter Druck, weil plötzlich ihr Aktienvermögen nichts mehr wert war. Fatalerweise hatten die meisten Privatleute in den scheinbaren “Boomjahren” ihre Ersparnisse aufgelöst und sogar Kredite aufgenommen, um Aktien zu kaufen. Die Schulden mußten nun hochverzinst abgezahlt werden, was viele Bürger unter Druck brachte und sie zwang, Realgüter wie Immobilien zu verkaufen. Weil dies jedoch in großem Stil geschah, verfielen die Preise rapide. Außerdem waren die Unternehmen dem gleichen Druck ausgesetzt und versuchten durch Preissenkungen im ruinösen Wettbewerb bestehen zu können. Weil jedoch die Bevölkerung den Konsum einschränkte, da sie entweder bankrott war, oder nach dem Crash kaum noch Vermögen besaß, kamen die Betriebe erneut unter Zugzwang, weil der Absatz zurück ging. Deshalb mußten Arbeitskräfte entlassen werden. Dadurch wiederum sank die Kaufkraft der Bürger weiter, was neue Unternehmenspleiten bewirkte. Auch die Banken waren in dieser Situation in der Klemme: Durch bankrotte Betriebe und Privathaushalte war ein Großteil der Schulden, trotz Enteignung der Schuldner, nicht mehr einbringbar. Gleichzeitig zogen die Anleger ihr Vermögen von der Bank ab, welche das Kapital nicht mehr auszahlen konnte und die Türen schließen mußte. Durch diese Bankenpleiten verloren die meisten Menschen noch den Rest ihres Vermögens. Doch wirkte die Krise nicht nur in Amerika, sondern breitet sich über die ganze Welt aus. Durch den stark gefallenen Dollarkurs kam zum Beispiel das exportabhängige Europa unter Druck und versank in der gleichen deflationären Abwärtsspirale, wie die USA. In dieser Situation faßte die Europäische Zentralbank einen fatalen Entschluß.

Der Euro – das Ende von Europa

Von der EZB wurde erklärt, daß die kräftigen Wechselkursbewegungen in Europa nur durch eine sofortige Einführung von Euro-Bargeld stabilisiert werden könnten. Dazu wurden die schon seit langem bereitgestellten Euro-Banknoten benutzt. Wie schon vor dem Zusammenbruch geplant, wurde die Verteilung des Euros mit militärischen Mitteln unterstützt. Für den Umtausch setzte die EZB nur 5 Tage an, wobei pro Person maximal 5000 DM umgetauscht werden durften. Durch diese Maßnahme enteignete man die Bevölkerung noch weiter, da das noch vorhandene Barvermögen reduziert wurde. Unruhen hielt man in dieser Phase durch das Militär nieder. Die Einführung der Einheitswährung hatte jedoch fatale Konsequenzen: Das Geld zog sich sofort aus den wirtschaftlich schwächeren Regionen in Europa zurück, die Bevölkerung dort war damit zur Auswanderung in die produktiveren Gebiete gezwungen. Hier kam es zu einem gnadenlosen Konkurrenzkampf mit den dortigen Arbeitskräften, die wegen des deflationären Verfalls ohnehin kaum noch Lohn erhielten. Die Streitigkeiten wurden in allen Bereichen immer größer und so entschlossen sich die Regierungen, das Militär der Euro-Einführung zu einer Dauereinrichtung zu machen.

Der Schnüffelstaat zeigt sein wahres Gesicht

Es wurden Gesetze erlassen, welche eine Kritik am Euro und vor allem am Kapitalismus unter hohe Strafen stellten. Sehr entgegen kam den Regierenden nun die perfekt ausgebaute Überwachungs-Infrastruktur. Dank breiter Telefon- und Videoüberwachung konnten Systemkritiker schnell ausfindig und “unschädlich” gemacht werden. Die Beweglichkeit der Einwohner war ohnehin durch hohe Benzinpreise eingeschränkt, doch wollten die Machthaber auf jeden Fall über den ständigen Aufenthaltsort jedes Bürgers informiert sein, da jeder Einwohner ein potentieller Regimegegner darstellen könnte. Durch ein großangelegtes Programm wurde die zwangsweise Implantation von lokalisierbaren Chips beschlossen. Wer sich weigerte, wurde unweigerlich in eigens dafür eingerichteten “Besserungslagern” vom Sinn der Maßnahme “überzeugt”. Durch die Chips wurden auch alle Zahlungsvorgänge erledigt, da das Euro-Bargeld schnell wieder eingezogen wurde, als die Machthaber den Nachteil erkannten, daß sie über die anonymen Zahlungsvorgänge keine Kontrolle hatten. Wenn sich nun ein Bürger durch kritische Äußerungen verdächtig machte, reichte es meist, wenn sein Konto einige Tage gesperrt wurde, bis er wieder auf “Linie getrimmt” war.. Der Chip dient auch dazu, die “Wegesteuer” abzubuchen, was kein Problem darstellte, da jeder rund um die Uhr erfaßt wurde. Für besonders hartnäckige Kritiker hatten sich die Machthaber eine besondere Maßnahme einfallen lassen: Diese bekommen einen Chip ins Gehirn eingepflanzt, der “negative Gedanken” von vornherein ausblendet. Selbstverständlich werden alle Wohnungen und öffentlichen Plätze rund um die Uhr durch Mikrofone und Kameras automatisch überwacht. Erkennt der Computer systemfeindliche Äußerungen, greift sofort eine Sonderpolizei ein, die den Unmut im Keim erstickt. Dafür bewährte sich auch das vor dem Crash aufgebaute Mobilfunknetz, das es den Eingreiftruppen erlaubt, schnell Daten über mißliebige Personen von jedem Punkt aus an die Zentrale weiterzusenden. Nach dem Crash wurde auch schnell eine Arbeitspflicht eingeführt, welche besagte, daß jeder eine Arbeit von der Regierung zugewiesen bekommt. Erfüllt der Arbeiter nicht sein Leitungssoll, so wird dem mit Kontosperrung oder Besserungslager nachgeholfen. Ein Privatleben gibt es in diesem Staat praktisch nicht mehr. Es wurde sogar eingeführt, daß niemand mehr eigene Kinder haben darf, da die Nachkommen in künstlichen Gebärmuttern herangezogen und in staatlichen Heimen erzogen werden. Durch diese Maßnahme möchte die herrschende Schicht einmal die Überbevölkerung in den Griff bekommen und auch dafür sorgen, daß nur noch Menschen auf die Welt kommen, welche keinerlei Widerstand befürchten lassen. Selbstverständlich nennt sich auch dieser Staat noch “Demokratie” und die “Freiheit” ist sogar Verfassungsbestandteil. Ein Hauptpunkt in dieser Verfassung ist die Ausschaltung jeder Systemstörung, was nach Ansicht der Herrschenden nur durch lückenlose Kontrolle des Landes erreicht werden kann.

Das goldene Mittelalter

Dabei wird das Mittelalter heute meist mit negativen Vorstellungen von Unterdrückung und Leibeigenschaft verbunden. Kaum jemand beachtet, daß diese Zeit in eine goldene und eine finstere Periode zu trennen ist. Dabei wird die goldene Zeit durch die Gotik dargestellt und kann mit dem Zeitraum von 1150 bis 1450 eingegrenzt werden. Zu Beginn des Mittelalters war es üblich, bei einem Herrscherwechsel die Münzen einzuziehen und neu zu prägen. Um 1150 begann Erzbischof Wichmann (1110-1192) aus Magdeburg damit, Münzen herauszugeben, welche zweimal im Jahr zum Umtausch aufgerufen wurden. Ziel war es, die Steuern einfach und regelmäßig einzutreiben. Dabei wurden 12 alte Pfennige gegen 9 neue ausgetauscht, die Differenz war Steuer. Um die Münzen schnell und ohne viel Aufwand wieder einschmelzen und umprägen zu können, waren sie nur einseitig geprägt und aus dünnem Blech, daher ihr Name “Brakteaten” (bractes = dünnes Blech). Bald schon breitete sich diese Methode über das ganze Land aus. Das führte dazu, daß sich Geldhortung nicht mehr lohnte. Um dem nächsten Umtausch zu entgehen, wurde Geld zinslos weiterverliehen, da nur der Besitzer der Münzen die Umtauschgebühr zahlen mußte. Damit war Geld wieder reines Tauschmittel, nicht mehr Schatzmittel. Das Ergebnis war die größte Entwicklungsperiode der deutschen Geschichte. Damals waren die sozialen Unterschiede so ausgeglichen wie nie mehr im historischen Verlauf. Wer viel hatte, erwarb den Wohlstand durch Arbeit, nicht durch leistungslose Zinsen. Das Minimum der arbeitsfreien Tage pro Jahr lag bei 90, oftmals über 150. Sehr bald wurde auch der Montag als arbeitsfrei eingeführt, damit mußten die Handwerker nur 4 Tage in der Woche arbeiten. Noch am Ausgang dieses Zeitalters, um 1450, konnte Erzbischof Antonin von Florenz es als selbstverständlich bezeichnen, daß für die Gewinnung des notwendigen Lebensunterhaltes eine kurze Arbeitszeit genüge und daß nur derjenige lange und viel arbeiten müsse, der nach Reichtum und Überfluß strebe. Die tägliche Arbeitszeit war z.B. bei Bergwerksknappen in Freiburg auf 6 Stunden begrenzt. Auch auf dem Land war die Ausbeutung zurückgedrängt, weil der geknechtete Bauer die Möglichkeit hatte, in den schnell wachsenden Städten einem Handwerk nachzugehen.

Das Einkommen war so hoch, daß sich etwa in Augsburg ein Tagelöhner mit seinem täglichen Verdienst 5-6 Pfund des teuersten Fleisches leisten konnte. In Meißen mußten jedem Maurergesellen wöchentlich 5 Groschen Badegeld gegeben werden, in einer Zeit, in der ein einziger Scheffel Korn 6 Groschen und 5 Pfennige kostete. Der sächsische Scheffel faßte 103,8l. Deutlich geht aus diesen Beschreibungen hervor, daß von einer Ausbeutung der Arbeitskraft und Leistungsdruck, wie oft behauptet, gar keine Rede sein kann. Dabei lebte der Mensch damals nicht um zu arbeiten, sondern er arbeitete um zu leben. Wie gewaltig dieser wirtschaftliche Aufschwung gewesen sein muß, zeigt die Entwicklung der Städte in Deutschland (Abb. 30).

Abb. 30: Städteneugründungen in der Geschichte

Um 1300 wurde ein Höhepunkt der Städteneugründungen, als Maß für die wirtschaftliche Entwicklung, erreicht, welcher in der ganzen Geschichte vor und nach dieser Zeit nie mehr erreicht wurde. In der Zeit von 1150-1450 wurden die großen Dome und Kathedralen in Europa gebaut. Finanziert durch freiwillige Spenden der Bürger. Allein schon hieraus wird deutlich, wie zuversichtlich die Menschen damals gewesen sein mußten. Wer spendet schon für ein Jahrhundertprojekt, wenn er schon morgen nicht weiß ob er noch leben wird? Immerhin wurde in dieser Zeit die größte Zahl von Kulturdenkmälern im abendländischen Raum begründet. Dabei muß auch beachtet werden, daß die Einwohnerzahl von Deutschland damals viel geringer war als heute und es trotzdem, durch ein optimales Wirtschaftssystem, möglich war große Leistungen zu erbringen. Wie zuversichtlich die Menschen damals sein mußten, zeigt die Tatsache, daß die begonnenen Bauten viele Jahrzehnte oder Jahrhunderte zur Fertigstellung benötigten. Das Beispiel zeigt, daß es Konjunktureinbrüche oder Wirtschaftskrisen gar nicht gegeben hat, da sonst solche Großprojekte nicht möglich gewesen wären. Die Stadt Ulm begann beispielsweise im Jahr 1377 damit, einen Münster zu bauen, der die doppelte Einwohnerzahl von damals 10000 Leuten fassen konnte. Interessant ist auch der Lebenswandel damals. So berichtete eine Schrift: “Das gewöhnliche Volk hat selten bei der Mittags- oder Abendmahlzeit weniger als 4 Gerichte, zur Sommerszeit überdies noch morgens als Frühstück Klöße mit in Butter gebackenen Eiern und Käse; obendrein nehmen sie außer dem Mittagsmahl noch des Nachmittags als Vesperbrot, sowie zum Nachtessen Käse, Brot und Milch.” Die Vorstellung vom armseligen Hungergericht entspricht also keineswegs der Tatsache. Genauso sind Bauernhochzeiten überliefert, in denen eine Woche lang Überfluß herrschte. Der allgemeine Reichtum zeigte sich auch an der Kleidung, so trugen die Bauern Silberknöpfe und die Kleidung war insgesamt sehr farbenfroh. Es gab berichte, nach denen es kaum eine Gaststätte in Deutschland gab, in welcher man nicht aus Silbertellern zu essen bekam. Auch eine Ausbeutung über Bodenrente wurde oftmals dadurch verhindert, indem die festen Kosten der Stadtverteidigung auf den Grundbesitz umgelegt wurden. So verfügte Worms, daß jeder Bodeneigentümer “Wachtgeld” zu entrichten habe.
Die Situation änderte sich, als auf Druck von machtsüchtigen Kaufleuten hin, schrittweise Geld eingeführt wurde, welches nicht mehr verrufen wurde. Mit der schrittweisen Einführung des “Ewigen Pfennigs” verschob sich damit die Vermögensverteilung innerhalb weniger Jahrzehnte so drastisch, daß die gotischen Bauten aus Geldmangel in ganz Mitteleuropa nicht mehr fertiggestellt werden konnten. Überall in Europa wurden die Dome mehr als 300 Jahre nicht weitergebaut und erst im letzten Jahrhundert vollendet. Die wirtschaftliche Situation der Bevölkerung verschlechterte sich so stark, daß es Anfang des 16. Jahrhunderts zu blutigen Bauernkriegen kam. Die Zünfte waren nicht mehr für jeden frei, für die meisten war der Weg in die Selbständigkeit versperrt, es entstand eine neue Schicht der abhängigen Lohnarbeiter. Gleichzeitig wurden neue Entdeckungen und Erfindungen unterdrückt. So wurde beispielsweise der Vorläufer des mechanischen Webstuhls 1586 von der Zunft verboten und der Erfinder ermordet. Da sich die Menschen die schnelle wirtschaftliche Verschlechterung nicht erklären konnten, kam es zu Hexenverbrennungen, die ab 1484 zunehmend veranstaltet wurden. Das Augsburg der Fugger gehörte mit zu den ersten Plätzen, an denen die Münzverrufung auf 4 Jahre hinausgeschoben wurde. Geld wurde dann nur noch hochverzinst verliehen. Beispielsweise brachte eine Anlage von 900 Gulden nach 6 Jahren 30.000 Gulden Zinsertrag. Bei den dem Bauern auferlegten Geldabgaben mußte er im Falle von Säumigkeit Zinsen zahlen, und zwar nach dem sogenannten “Rutscherzins” für jeden Tag des Verzuges den verdoppelten Zinssatz. Nach vollständiger Einführung des Dickpfennigs (beidseitig geprägtes schweres Geld) konnten die Fugger sich zwischen 1480 und 1560 zu einer der mächtigsten Familien der damaligen Welt aufschwingen. Das finstere Mittelalter zog herauf.

Zusammenfassung und Ausblick

Die Entwicklung unseres Finanzsystems läuft, wie gezeigt wurde, auf einen Endpunkt zu. Durch den Zins kommt es zu einer explodierenden Schuldenlast und auf der anderen Seite zur entsprechenden Vermehrungen der Geldvermögen bei wenigen Superreichen. Um die wachsenden Zinsforderungen erfüllen zu können, wird der einzelne durch den Staat und am Arbeitsplatz ausgebeutet. Die Globalisierung verschärft die Situation zusätzlich, da nun ganze Nationen in einen rücksichtslosen Verdrängungswettbewerb gezwungen werden. In diesem System spielt die Sicherung der Lebensgrundlagen eine immer kleinere Rolle, der Umweltschutz verkommt zum bloßen Schlagwort, da Wachstum, zur Bedienung der Schulden, absoluten Vorrang erhält. Auch die Kultur muß unter diesen Umständen verfallen, was sich besonders in der Politik feststellen läßt. Die Politik ist letztlich nur noch ein Erfüllungsgehilfe der reichen Oberschicht und soll durch restriktive Maßnahmen die Schuldenzahlungen der Bevölkerung sicherstellen. Durch die Nähe der Regierenden zur reichen Klasse degenerieren diese zunehmend und werden für Korruption zugänglich. Jeder Bereich der Gesellschaft wird im Zinssystem zwangsläufig pervertiert, die eigentlichen gesellschaftlichen Werte werden entwertet, da nur noch die Rendite zählt. Schöpferische Arbeit wird abfällig beurteilt, während leistungslose Zinsgewinne in der Gesellschaft an Ansehen gewinnen. Dabei ist dieses System allerdings von vornherein zum Zusammenbruch verurteilt, weil die Zinslasten letztlich schneller wachsen, als die reale Produktion und damit einen immer größeren Teil der Wertschöpfung beanspruchen. Auf der anderen Seite ermöglicht ein wachsendes Geldvermögen einer kleinen Gruppe Superreicher schließlich, alle Geschicke des Landes gezielt zu beeinflussen. Durch die Einführung der Kunstwährung “Euro” hat sich die Herrschaft des Kapitals drastisch verschärft. Die Währungskrisen der letzten Jahre stellen in diesem Ablauf nur die ersten Vorzeichen eines gewaltigen Zusammenbruchs dar. Dabei bereitet sich die reiche Oberschicht offenbar gezielt auf einen solchen Schlag vor. Der Aktienmarkt wird beispielsweise angeheizt, um einen großen Teil der Bevölkerung zur Investition an der Börse zu animieren. Das ermöglicht der privilegierten Klasse den Ausstieg aus dem Aktienmarkt. Gleichzeitig werden die Finanzzentren gebündelt, um im Crash das eigene Vermögen zu sichern und eine effektive Umverteilung der Ersparnisse vom Mittelstand zu den Superreichen zu bewerkstelligen. Auch für die weitere Entwicklung nach dem Crash werden anscheinend intensive Vorbereitungen getroffen, um die Entwicklung im Griff zu behalten. So wird schon seit einiger Zeit ein effizientes Überwachungsnetz aufgebaut, das es den Machthabern ermöglichen würde, jeden Unmut in der Bevölkerung gewaltsam zu unterdrücken. Es besteht die reale Gefahr, daß unser System in einer Diktatur endet. Auch die Entwicklung eines Weltkrieges ist nach dem wirtschaftlichen Zusammenbruch durchaus vorstellbar. Da der finanzielle Niedergang weltweit erfolgen wird, werden sich auch die Lebensumstände der Menschen drastisch verschlechtern. Dadurch wächst die Gefahr, daß es in allen Krisenregionen weltweit zu gewaltsamen Konflikten kommt. Für Mitteleuropa stellt hier vor allem das große Waffenpotential Rußlands ein nicht zu unterschätzendes Risiko dar. Es ist durchaus denkbar, daß dieses Land nach einem völligen Zerfall des Wirtschaftssystems keine andere Möglichkeit mehr sieht, als eine Eroberung Mitteleuropas anzustreben. Fatalerweise befindet sich unsere militärische Situation bereits vor der Krise in katastrophalem Zustand und wird sich nach dem Crash noch wesentlich weiter verschlechtern. Dabei müßte es gar nicht so weit kommen, wenn die Menschen nicht immer den leeren Versprechen der Mächtigen erliegen würden. Eine Behebung der Fehler im Geldsystem wäre jederzeit durch eine Währungsreform möglich. Dies setzt allerdings eine aufgeklärte, an einer Besserung der Lage interessierte Bevölkerung und eine verantwortliche Führung voraus.
Wohin die Entwicklung unserer Welt letztlich geht, hängt nicht zuletzt von der Einstellung und dem Willen eines jeden einzelnen ab. Hier hilft es wenig, auf Führungskräfte oder eine “Mehrheit” zu vertrauen. Einmal haben die bisher leitenden Kräfte in Krisensituationen schon immer versagt und Fortschritte wurden in der Menschheitsgeschichte ausschließlich durch Minderheiten in Gang gesetzt. . Selbst wenn dieses System in der schlimmste Krise aller Zeiten untergeht, ist dies immer noch besser, als wenn sich die Umstände über einen langen Zeitraum verschlechtern. Wie alles kranke in der Natur untergehen muß, damit neues entstehen kann, so muß auch das explodierende Zinssystem letztlich zerfallen. Ein kompletter Zusammenbruch stellt dabei nicht nur ein fürchterliches Ereignis dar, sondern ist auch eine Chance für alle schaffenden Kräfte, eine neue, bessere Ordnung zu etablieren. Jeder ist deshalb dazu aufgerufen, seinen Beitrag zur Schaffung einer besseren Welt zu leisten

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